April, Mai 2016

 

Sonntag, 8. Mai 2016
Soooo, wir sind jetzt seit einer Woche wieder an Bord und es wird Zeit, mal wieder zu berichten;
Wir hatten eine aufregende Zeit in Deutschland; zunächst war erst einmal die Familie dran mit Besuchen und dann haben Wolfgang und ich mal „Urlaub“ gemacht. Am 6. April ging unsere Reise zunächst einmal nach Italien, nach Cipressa in Ligurien. Dort hatten wir eine wunderschöne Ferienwohnung in den Bergen mit einer traumhaften Aussicht.

 Falls mal Interesse besteht, hier der Buchungs-Link  https://www.traum-ferienwohnungen.de/103987/

bestens zu empfehlen!!!!

Die Zeit dort haben wir sehr genossen und sind gleich eine ganze Woche geblieben. An der Küste entlang sind eine Menge Häfen, die wir natürlich alle gleich in Augenschein genommen haben. Die SY Ashia mit Nicole und Armin (hatten wir auf La Gomera mal kennengelernt) sind gerade mit ihrem Schiff aus der Türkei wiedergekommen und liegen jetzt in Imperia. Die Wiedersehensfreude war sehr groß und die beiden hatten sehr viel zu erzählen von den Arbeiten am Schiff, die in der Türkei gemacht werden sollten. (war leider nicht sehr viel positives….:-( ) Wir sehen sie Ende des Jahres auf jeden Fall auf Lanzarote wieder!!! Einen Tag stand auch Monaco auf unserem Programm. Die Fahrt dorthin durch San Remo mit den vielen alten Gebäuden war schon wundervoll. In Monaco selbst waren wir nur auf dem Hügel, wo Fürst Albert regiert. Wir wussten gar nicht, dass dort oben quasi eine Stadt für sich existiert mit wunderschönen Gebäuden und die Aussicht von dort ist einfach unglaublich.
Dann ging unsere Tour in die Schweiz nach Rapperswill zu Margrit und Kurt von der SY Ultima (die beiden liegen mit ihrem Schiff auf Lanzarote in der Marina Rubicon und sind fast den ganzen Winter dort). Zunächst sahen wir uns den schönen Ort Rapperwill an und am nächsten Tag haben wir eine kleine Sightseeing-Tour mit dem Auto gemacht.

Nach 3 Tagen hieß es wieder Abschied nehmen und unsere Tour ging weiter an den Thuner See. Irgendwie haben wir unterwegs eine Abfahrt nicht erwischt und unser Navi führte uns über eine ganz fantastische, kleine und superenge Strasse nach Schwanden zu Biggi und Wolfgang. (Wolfgang war bis Ende 2014 der Arzt in der Marina Rubicon) Die Aussicht hinter jeder Kurve war einfach nur fantastisch und so haben wir für die relativ kurze Strecke doch etwas länger gebraucht. Die Zufahrt zu der Straße, in der die beiden wohnen, war dann noch abenteuerlicher. Es wird z.Zt dort gebaut und die Steigung war schon recht heftig, besonders, dass vor der 45° Kehre nur Schotter lag. Die Reifen drehten ganz schön durch und der Schotter dröhnte heftig unter dem Auto. Egal, die Aussicht von hier oben, entschädigt alles. Bei Biggi und Wolfgang verbrachten wir einen schönen Abend und wir können die beiden verstehen, dass sie sich hier pudelwohl fühlen. Wolfgang konnte sich gar nicht satt sehen an der schönen Aussicht über den Thuner See, den Eiger, Mönch und Jungfrau.
Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass Roger und Ursula von der SY Estrella (kennen wir ebenfalls als der Marina Rubicon) nur ca 8 km von hier wohnen. Also ein kurzer Anruf bei den beiden und husch, sind wir auch schon dort. Sie hatten gerade ihren Sohn mit Schwiegertochter und den neugeborenen Zwillingen da und diese beiden Süssen wollen wir Euch nicht vorenthalten; 

                                                          Alejandro und Gabriel

Nach einem kurzen Aufenthalt ging es dann weiter an den Bodensee. Da wir beide noch nie dort waren, wollten wir in Konstanz übernachten und am nächsten Tag die Gegend erkunden. Nur leider spielte das Wetter nicht so mit; unterwegs fing es heftigst an zu regnen und am nächsten Morgen war alles grau in grau, kalt und regnerisch. Die richtige Kleidung hatten wir natürlich nicht mit und so machten wir uns am 18. April wieder auf den Weg zu meinen Eltern in Kreuztal. Der Bodensee wartet auch auf uns!!!

Nach einigen Tagen ging es dann weiter nach Kirchlengern, wo noch so einige Arztbesuche nötig waren und am 30. April ging der Flieger wieder zurück nach Teneriffa.
Zunächst wurde dann die Mon Amour von dem vielen Staub befreit und am nächsten Tag wurde das Edelstahl poliert. Am Dienstag, den 3. Mai konnten wir unser „neues“ Auto vom Autohändler abholen und nun sind wir wieder total mobil :-) Die Ummeldung hat funktioniert, nur der Gutachter der Versicherung war noch nicht da. Hier kann man erst ein Auto Vollkasko versichern, nachdem ein Gutachter das Auto begutachtet hat! Ok, das hat dann die Versicherung organisiert und am Donnerstag war dann alles erledigt.

Und schon haben wir weiter geplant; zunächst einmal bleibt die Mon Amour hier in San Miguel auf Teneriffa liegen und Wolfgang und ich fahren mit der Fähre für eine Woche nach El Hierro. Wir werden berichten!

Montag, 9. Mai 2016

Die Fähre startete um 17.30h pünktlich ab Los Christianos – Teneriffa – nach –Puerto de la Estaca –  El Hierro -. Die Überfahrt war von Teneriffa bis La Gomera schon etwas schauklig, in der Insel Abdeckung wurde es ruhiger, doch dann ging die Schaukelei bis El Hierro weiter. Nach 2 ½ Stunden legte die Fähre sicher im Hafen an. Die Fahrt nach La Caleta zu unserem Appartement dauerte nur 10 Min und dank der Größe der Orte hier haben wir auch die Villas Marinas schnell gefunden.

Wouh, mit so einem großen Appartement hatten wir ja nun überhaupt nicht gerechnet. Das gleicht schon einer richtigen Wohnung. Große Küche, großes Bad, 2 Schlafzimmer, ein kleines süßes Wohnzimmer mit traumhafter Aussicht. Dort haben wir erstmal ausgepackt und einfach nur den restlichen Abend genossen.

Dienstag, 10. Mai 2016

Nach einem herrlichen Frühstück und einem kleinen Wolkenbruch ließ sich die Sonne ab und zu mal blicken und wir brachen auf zu unserer ersten Inseltour.  Zunächst fuhren wir mal zurück zum Hafen Puerto de la Estaca um uns den Hafen noch einmal richtig anzuschauen, denn gestern fuhren wir mit dem Pulk aus der Fähre, da blieb keine Zeit zum gucken. Und siehe da, es gibt wunderschöne, neue Stege mit Strom und Wasser. Nur 2 Segelschiffe und Fischerboote im Hafenbecken, gähnende Leere, aber das liegt sicherlich daran, dass alles noch zu neu ist und es noch nicht viele Segler wissen. Wir haben natürlich einen Skipper direkt angesprochen und er sagte uns, dass es die Stege erst seit November gibt. Er sagte uns auch, dass es auf dieser Insel überall Internet umsonst gibt. Die einzelnen Antennenstationen sind sogar in den Orten gekennzeichnet. Und das auf dieser kleinen Insel……. Daumen hoch !!

Dann ging unsere Fahrt weiter an der Küste Richtung Süden. Das 4 Sterne Hotel Parador de El Hierro wollten wir uns mal ansehen, denn fast hätten wir es gebucht!!!  Ganz einsam am Ende der Straße steht dieses große Hotel. (Wär uns zu einsam gewesen). Es soll sogar in den Nachrichten berichtet werden falls es mal ausgebucht sein sollte!!!

Wir wollten dann weiter nach La Restinga, aber die Straße führt nicht weiter, also wieder zurück. Wolfgang entdeckte ein kleines Straßenschild nach El Pinar. Ein kurzer Blick auf die Karte – keine Straße zu entdecken – starker Tritt auf die Bremse – und…. abgebogen.  Da fing schon wieder ein neues Straßenabenteuer an. Irgendwie haben wir wohl ein Händchen für so etwas. In Serpentinen schraubten wir uns den Berg hoch, die Straße gerade so breit wie ein Auto, links keine Leitplanken, aber geteert. Was will man mehr?? Diese „Abkürzung“ hat unsere Fahrt um mind. 20 km geschmälert! Ruck zuck zeigte unser Altimeter schon eine Höhe von 1.000 m an und die Landschaft änderte sich rapide.  Grüne Hänge und Wälder tun sich plötzlich auf. Es riecht nach Kiefern….. und schon geht es wieder bergab und wir sehen Lavamassen mit vielen Gesichtern.

Unten am Wasser eröffnet sich der Ort La Restinga.  Hier gibt es Tauchschulen, einige Restaurants und  einen Supermarkt. Es windet heftig hier und im Hafen liegen doch ein paar mehr Schiffe als in Estaca. Sogar der Cat „Bembel“, den wir von La Gomera her kennen, liegt hier, doch leider ist niemand an Bord. Dieser Hafen bietet zwar mehr Möglichkeiten, liegt nicht so einsam, aber der Wind weht recht heftig und die Schiffe schaukeln ganz schön. Na ja, im Moment ist die Wetterlage auch etwas durcheinander. Der Wind kommt nämlich gar nicht typisch aus Westen!!

An der Promenade essen wir Gambas a Ajillo und bekommen unser Wechselgeld überhaupt nicht wieder….. es war nicht viel, hätten wir sowieso als Trinkgeld dagelassen, aber wir waren doch etwas mokiert über die Art und Weise. Nach unserer Nachfrage gab die Bedienung es dann doch raus. So, haste nun davon!!!!

Bei einem kleinen Spaziergang entdecken wir einen kleinen Teich mit gaaanz vielen Fischen. Sogar Moränen konnten wir entdecken.

Auf der Rückfahrt haben wir dann noch ein interessantes Gebilde entdeckt. Vielleicht hat es ja etwas mit einem Piratenangriff zu tun?

 

Abends haben wir unsere Mitbewohner der Anlage,  Steffen und Fiona, ein Pärchen aus Leipzig kennengelernt und wir haben zusammen gesessen bis 2.00h nachts. Es  gab soo viel zu erzählen!!!

 

Mittwoch, 11. Mai 2016

Die Sonne lacht, der Himmel ist blau…… Steffen und Fiona hatten uns gestern so einige Tipps gegeben und da das Wetter heute gut ist, wollen wir zum Arbol Santa Garoé. Da es dort oben meistens neblig ist, wären höhere Temperaturen schon ganz gut. Das Thermometer zeigte bei Abfahrt 27°C und bei Ankunft waren es dann nur noch 12°C. Das Auto ließen wir stehen als der Teerbelag der Straße aufhörte und ein Schild sagte uns, dass es noch 2,5 km bis zum berühmten Baum sei. Ok, lange Hose und Wanderschuhe an und ab ging es. Der Weg ging durch ein Waldgebiet, grüne Höhenlandschaften mit Pferden, Schafen und Kühen und ganz viele bunte Blumen. Der Nebel war natürlich auch da, aber nach der nächsten Kurve schien auch wieder die Sonne. Da war er dann, der heilige Baum….  El Garoé… ein außergewöhnliches Gewächs, ein Stinklorbeer, von dem es auf der ganzen Insel kein anderes Exemplar gab.  Er ist so besonders, weil er die Feuchtigkeit des Nebels auffängt. Wenn die Luft aufsteigt und auf die Berge stößt, kondensiert sich die Feuchtigkeit und bildet ein Wolkenmeer. Wenn dieses in Kontakt mit den Gebirge und den Bäumen kommt, löst es den sogenannten horizontalen Regen aus. Der heilige Baum konnte die feuchten Wolken fangen und destillierte ihren „Saft“. Dieses Wasser wurde dann in eigenen Höhlen der Ureinwohner gesammelt in einigen Wasserbecken, die es rund um den Baum gibt. Deshalb war der Baum „heilig“

Nach diesem schönen Spaziergang fuhren wir weiter durch Guarazoca , Erese und El Mocalan, kleine Dörfchen mit wenigen Häusern.  Dann ging die Fahrt zum Wasser runter nach Pozo de las Calcosas, das sind wunderschöne Meerwasserschwimmbecken, wo es aber ratsam ist, nur bei Ebbe ins Wasser zu gehen….. wundersame Häuser – wahrscheinlich Wochenendhäuser – sind direkt am Wasser gebaut, der Zugang aber nur zu Fuss erreichbar ist.

Nach diesem „anstrengenden“ Tag fuhren wir zurück nach La Caleta ins Appartement, Wandersachen ausziehen Badesachen anziehen und ab in unsere hauseigene Badeanstalt.  Die Becken sind mit Meerwasser gefüllt. Eine herrliche Erfrischung direkt vor der Haustür!!!

 

Donnerstag, 12. Mai 2016

Heute wollen wir auf die Nordseite der Insel und uns den Aussichtspunkt El Mirador de La Pe~na ansehen. Von hier oben aus hat man einen wunderschönen Blick ins Tal El Golfo. Ein gigantischer Erdrutsch vor Millionen von Jahren hat dieses Tal erschaffen. Die Felsen von 15 km Breite und 1 ½ km Tiefe sind mit Flora bedeckt. Unten im Tal erstreckt sich eine  vulkanische Ebene, auf der Wein und Obstbäume wachsen. Cäsar Manrique hat auch hier auf dieser Insel  ein Juwel geschaffen. In La Pena hat er ein Gebäude gebaut mit verschiedenen Etagen, grossen Fenstern und es ist hervorragend an die Natur eingepasst.

Nach einer kurzen Kaffeepause trafen wir uns mit Markus, den wir letztes Jahr auf Gran Canaria kennenlernten, in Las Puntas. Hier steht u.a. das kleinste Hotel der Welt, welches sogar im Guiness-Buch steht. Das Gebäude hat nur 4 Zimmer und liegt auf einer Felsnase. Nur leider war es im Moment geschlossen.

Gleich neben dem Hotel befinden sich die Cascadas del mar, eigentlich eine wunderschöne Anlage mit vielen Pools, nur leider nicht geöffnet. Nach Internetrecherchen wartet die Anlage auf Reparaturen. Schade, das bis dahin leider alles verkommt….. So eine ähnliche Anlage, nur kleiner, steht auch auf Las Palmas in Tazacorte, dort wächst das Unkraut schon aus den Fliesen!!

So, das war unser Tag heute, den wir wieder mit einem herrlichen Bad in La Caleta beendet haben.

 

Freitag, 13. Mai 2016

Besuch des Ecomuseums De Guinea in Frontera. Gut, dass wir dies zuerst auf dem Programm hatten, denn wir wollten auf jeden Fall eine Führung mitmachen, bei der wir auch in die Höhlen und in einige verschlossene Häuser kommen. Auch die Aufzuchtstation der Legardos (Rieseneidechsen) war inclusive und das alles dauerte so ca 2 Stunden. Anschl. sind wir dann noch alleine durch das Dorf spaziert und so hielten wir uns 3 Stunden lang alleine hier auf. So nun etwas zur Geschichte des Dorfes;

Bevor dieses Dorf entstand, haben die Ureinwohner in den vulkanischen Gängen gelebt und erst nach der Ankunft der Kolonisatoren wurden die Wohnstätten an die Oberfläche verlagert und die Höhlen wegen der günstigen Temperatur-und Feuchtigkeitsbedingungen als Keller oder als Stall für die Tiere genutzt. Das Dorf aus dem 17. Jahrhundert ist eines der ältesten der Insel.  Die grünen Weiden waren sehr nutzbar und die Weinernte war auch nicht zu verachten.  Erst im Jahr 1948 wurde das Dorf allmählich verlassen, da eine große Trockenheit herrschte.

Die Mauern der Häuser bestehen aus trockenem Stein, ohne Mörtel, sind nicht sehr hoch, aber sehr dick, denn so sind sie stabiler und isolierten gleichzeitig vor der Witterung. Die Dächer sind vorwiegend aus Roggenstroh. Kalk wurde nicht verwendet, da er sehr teuer war und Mörtel, der aus pflanzlichen Elementen vermischten Tierexkrementen bestand, war weitaus günstiger. Neben den Wohnhäusern befindet sich der Wassertank und der Viehstall. Sogar ein Toilettenhäuschen (rundum vermauerter Donnerbalken) war zu sehen.

Einen kleinen Teil der Lavahöhlen konnten wir auch besichtigen.

So, danach ging es ins Lagartario, zur Beschreibung hier ein Auszug aus dem Internet

http://www.portal-de-canarias.com/html/lagartario_el_hierro.html

Auf El Hierro lebte eine Rieseneidechse (Gallotia goliath), die weit über 1 m gross werden konnte. Den Ureinwohnern diente sie als Nahrung, wie verkohlte Knochenreste beweisen. Sie wurde aber auch gejagt weil erwachsene Tiere pflanzliche Kost bevorzugten und Gartenpflanzen frassen. Später wurden die Tiere gefangen, um anschliessend ausgestopft und verkauft zu werden. Die Rieseneidechse galt als ausgestorben, bis 1974 der Architekt Werner Bings, ein Hobby-Eidechsenforscher, unter Mithilfe von einheimischen Hirten, eine andere Gattung wieder entdeckt und der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Die spanische Bezeichnung ist: Lagarto gigante de El Hierro. Es war eine Sensation, denn die Rieseneidechse ist ein lebendes Fossil aus der Zeit des Tertiärs. Noch weitere Exemplare konnten gefangen werden und es gelang tatsächlich die Art nachzuzüchten und wieder an verschiedenen Stellen der Insel (La Dahesa, Roque del Salmor) auszuwildern. Das Lagatario schafft optimale Lebensbedingungen, fern von Raubtieren, denn insbesondere ausgewilderte Katzen sind zu einer echten Bedrohung für die seltenen Tiere geworden. In der Zuchtstation sind mehrere Eidechsen zu beobachten, wie sie bewegungslos im Schatten von Baumstämmen liegen. Ganz schön groß, die Dinger….

 

Unsere weitere Tour sollte heute noch gehen nach El Sabinar, im Westen der Insel zu den „schiefen Bäumen“, aber leider fanden wir heute die Straße, die in die Karte eingezeichnet ist, nicht….. also wieder zurück bis Frontera und durch die Berge hoch auf die andere Seite und die passende Straße suchen, doch das glich wieder einem Abenteuer. Der Nebel wurde stärker und stärker, von dem horizontalen Regen haben wir auch etwas abbekommen und die Teerstraße hörte einfach auf. Ein kleines Stück sind wir noch weitergefahren und kurz vor dem höchsten Punkt der Insel, Malpaso mit 1501 m haben wir den Rückwärtseingang eingelegt und gedacht; morgen ist auch noch ein Tag!!!

Samstag, 14. Mai 2015

Neuer Anlauf, um nach El  Sabinar zu kommen. Kein Nebel unterwegs, nur Sonne…. Zunächst einmal fahren wir die Hauptstraße in Richtung El Pinar, dann die Abbiegung zum Aussichtspunkt Hoyo de Morcillo im wunderschönen Kiefern-und Pinienwald erwischen. Ok, bis hier ging ja alles gut, nur dass die Straße immer enger wurde, und der Abgrund immer tiefer. Leitplanken? Was ist das?!?!?? Als dann der Teerbelag auch noch fehlte, trauten wir uns erst gar nicht, weiter zu fahren, aber schon wieder umkehren?  Neeein, weiter ging es, schööön langsam…… und dann kam es, das Wahrzeichen der Insel, uralte Wacholderbäume, geformt vom frischen Passatwind. Diese letzten Exemplare der für El Hierro typischen Nadelbaumart stehen unter Naturschutz. Wunderschön anzusehen….. und das alles mit Sonne…

Auf dem Rückweg machten wir halt bei der Eremita de Nuestra Senora de los Reyes. In dieser Kapelle wird das Standbild der Inselheiligen aufbewahrt. Die Jungfrau wird alle vier Jahre 2009;2013 in einer Prozession nach Valverde gebracht in Begleitung von vielen Tänzern. Sie wird von einem Dorf zum anderen getragen und die Übergabe wird überall gebührend gefeiert bis sie in Valverde angekommen ist. Dort finden dann noch einige Festivitäten statt.

 

Eigentlich wollten wir ja noch gerne zum Leuchtturm, Faro de Orchilla, doch diese Straße war leider gesperrt. Vielleicht auch gut so, denn da ging es auch wieder gaaanz steil herunter! Diese Westspitze galt bis 1884  als Nullmeridian und war so Referenzpunkt für viele Karten. Erst dann wurde er durch Greenwich ersetzt.

Am Museum El Juan kamen wir auch vorbei und hier sahen wir uns die Felsmalereien an, die auf  den Kanaren einzigartig sind. Bis heute hat man die Schriften nicht auswerten können. Im Hof unseres Appartements konnten wir die Schriften besser fotografieren, als die in Natura.

 

Jetzt sind wir Gott sei Dank wieder auf besseren Straßen und Wolfgang möchte noch gerne zum Hoya del Tacoron im Süden, kurz vor Restinga. Es gibt dort den originellsten Badeplatz der Insel und den schönsten Strand. Er ist zwar sehr klein, aber wahrscheinlich der einzigste Strand!!

Der Weg dorthin hat unserem Auto bestimmt nicht gutgetan und auf halber Strecke haben wir aufgegeben und sind zu Fuß weitergegangen.

So, und schon ist es wieder 17.00h, Zeit für den Heimweg. Für heute ist Wolfgang tapfer ganz viele Kurven und enge Straßen gefahren. Das strengt an und wir sehnen uns nach einem gemütlichen Abend.

Sonntag, 15. Mai 2016

Unseren letzten Tag wollten wir etwas ruhiger angehen und nicht mehr so weit fahren, nur noch einmal die Nord-West Küste mit den verschiedenen Badebuchten abklappern. Zuerst ging es nach La Maceta, dort ist wieder ein Naturschwimmbecken, traumhaft schön, aber zum Baden ist uns der Wind etwas zu kalt!Ein kleines Stück weiter ist der Charco los Sargos. Ein steiler Abstieg weist uns den Weg. Auch hier besteht wieder eine schöne Bademöglichkeit. Irgendwie fühlen wir uns hier wie einst wohl die Piraten. Es sind sogar schöne Grillmöglichkeiten vorhanden, sie nur auf eine Eroberung warten. Und weiter….. zum Charco Azul. Noch steiler der Abstieg über Treppen und Lavagestein, aber der Weg lohnt sich. Die Krönung der Bademöglichkeit, alles überdacht von Felsen, einfach traumhaft schön. Hier wäre es zwar Windstill gewesen, aber die Felsen waren uns zu rutschig. (Merkt ihr was? Ausreden!!)

Jetzt ist es nicht mehr weit zum Pozo de la Salud. Hier steht ein Gesundheitsbrunnen, der zwischen 1702 und 1704 die Bevölkerung mit Wasser versorgte. Später stellte sich sogar heraus, dass die Menschen, die aus diesem Brunnen tranken, gesünder waren. Im Jahr 1843 wurde das Wasser sogar als Heilmineralwasser erklärt und sogar nach Kuba und Puerto Rico exportiert. Heute befindet sich hier u.a. das Hotel Baleario Pozo de la Salud, welches Schönheits-und Entspannungsbehandlungen auf Grund der Heilquelle anbietet. Der ganze Ort – wenn man das so nennen kann – sah total verlassen aus und ob jemand überhaupt im Hotel ist?  Eine kleine Bar hatte geöffnet und wir maschierten rein um einen Kaffee zu trinken. Wir wurden freundlichst begrüsst, der Fernseher lief und Wolfgang fragte gleich, ob er Formel 1 sehen dürfte; na klar, es wurde sofort umgeschaltet und so bekamen wir die letzten 10 Runden noch mit. Nach meiner Nachfrage, ob das Hotel überhaupt in Betrieb sei, wurde uns mitgeteilt, dass die Leute wahrscheinlich alle in Valverde auf einer großen Fiesta seien.

Ok, da fahren wir eben auch mal dorthin. San Isidro- wer immer das auch ist –  wurde gefeiert, ein großes Zelt war aufgebaut mit vielen Trink-und Essbuden. Einen Umzug haben wir wohl verpasst, einige Personen liefen noch in Trachten rum, ansonsten waren nur noch so einige Tiere – Schafe, Ziegen, Kühe und Pferde ausgestellt. Ein kurzer Rundgang reichte uns dann aber auch schnell.

Noch eine kurze Information über die Stromversorgung auf der Insel. Wir sehen uns nochmal die Windräder mit ihrem Stausee an und erfahren dann nach Recherchen aus dem Internet, dass die große Euphorie, El Hierro werde die erste Insel, die sich komplett selbst mit Strom versorgen kann, ein wenig verpufft ist. Nach 19 Monaten Betriebszeit präsentiert die Betreibergesellschaft, daß der Wunschtraum 100% Strom aus Erneuerbarer Energie zu beziehen am 9. August 2015 für etwas mehr als 2 Stunden erreicht wurde. In der ersten Jahreshälfte wurden die Energiequellen zu 30% genutzt und in den Monaten Juli und August zwischen 40 und 55%. Die fehlende Energie musste das alte Schwerölkraftwerk beisteuern, das eigentlich stillgelegt werden sollte. Wer sich mehr dafür interessiert, hier der Link für weitere Infos:

http://www.lapalma1.net/2016/01/09/el-hierro-regenerative-energie-bilanz/

Montag, 16. Mai 2016

Upps, schon wieder ist eine wunderschöne Woche um und wir müssen unsere sieben Sachen wieder ins Auto packen, denn um 14.00h geht die Fähre wieder nach Los Christianos. Das schöne Fahrgebäude schauen wir uns nochmal an und nur 2 Putzfrauen und an der Cafeterria die 2 Angestellten grüssen uns herzlichst, na ja, wir sind auch 2 Stunden zu früh am Anleger, da ist natürlich noch nichts los….      Unser Resueme dieser Woche auf El Hierro? Eine wunder-wunder-wunderschöne Insel, die wirklich schöne und abwechslungsreiche Landschaften zu bieten hat und mit keiner anderen Insel vergleichbar ist. Irgendwie hat sie von jeder anderen etwas. Von Lanzarote die Vulkane, von La Palma die Kiefernwälder, von La Gomera den Nebelwald, sie bleibt aber einzigartig. Die Menschen dort sind super entschleunigt und sehr freundlich. Das Autofahren macht Spaß (lt Wolfgang!!), es grüßt jeder Autofahrer,  an Verkehrsregeln hält sich keiner! ; die Hauptstraßen sind alle sehr gut;  es gibt viele Bademöglichkeiten; das Wetter hat während unseres Aufenthaltes auch alles gegeben….. was will man mehr????  Wir werden auf jeden Fall nocheinmal hierherkommen, denn trotz der kleinen Insel haben wir noch lange nicht alles gesehen. Bis bald, kleines El Hierro ;-)

Dienstag, 17. Mai 2016

Eigentlich sollte heute morgen gleich um 10.00h der Elektriker kommen und das AIS-Gerät nach oben bauen. Doch er hat uns doch glatt vergessen,,grrhhh!! Wolfgang hatte schon die Kabelkanäle freigelegt und so sah es denn gleich auf der Mon Amour wieder herrlich aufgeräumt aus!!! Egal, da haben wir unsere Pläne eben geändert und das Auto wieder auf Hochglanz gebracht. Damit waren wir den ganzen Nachmittag beschäftigt, denn nur waschen?  Nee, polieren war auch noch angesagt….

Donnerstag, 19. Mai 2016
Gaby fährt noch schnell mit dem Auto in die Werkstatt, denn wir hatten beim putzen bemerkt, dass die Kofferraumklappe nicht so richtig schließt. In der Zwischenzeit bin ich dann nochmal zu unserem netten deutschsprechenden Autoverkäufer gegangen, um ein kurzes Pläuschchen zu halten. Dabei haben wir dann herausgefunden, dass wir wahrscheinlich die Autosteuer des alten Autos für 2016 noch bezahlen müssen?!? Da wir jetzt nur noch ein paar Tage auf Teneriffa sind, wo auch das Auto angemeldet ist, habe ich mich auf den Weg zum Ayuntaimento nach San Miguel gemacht, Nummer gezogen und mit klopfenden Herzen gewartet. (Kriege ich das jetzt mit meinen Sprachkenntnissen auch hin? Es hängt ein Zettel aus, das weder deutsch noch englisch gesprochen wird und ein Dolmetscher mitzubringen ist……) Oh, oh in der Zwischenzeit habe ich schon mal alle nötigen Vokabeln versucht zu lernen und……. es hat geklappt, hurra!!!! Der Typ hinterm Tresen hat mich verstanden….. also, die Steuer für das bereits verkaufte alte Auto müssen wir noch für dieses Jahr bezahlen, dafür brauchen wir erst nächstes Jahr für den neuen Wagen zahlen. Ein bischen komisch ist das schon…… egal, jetzt ist aber auch wirklich alles mit dem Autotausch geklärt. Um 13.30h war ich dann wieder auf der Mon Amour und hatte gehofft, das der Elektriker bereits alles erledigt hat und das Schiff wieder aufgeräumt ist, aber leider…… es dauert halt alles seine Zeit!!! Ist ja schon mal gut, dass er überhaupt gekommen ist……..

Freitag, 20. Mai 2016
So, jetzt ist alles erledigt, es funktioniert alles und die Mon Amour ist bereit zum auslaufen. Morgen früh soll es weiter nach La Gomera gehen. Die letzten wichtigen Einkäufe sind erledigt, innen im Schiff ist alles gut verstaut, es kann losgehen!!

Samstag, 21.Mai 2016
Morgens um 7.50h werden die Leinen losgemacht und Wolfgang segelt rüber, während Gaby mit dem Auto um 9.00h die Fähre nimmt. Die Windvorhersagen sind mau, d.h. erstmal wenig Wind so ca 2 Beauf. aus Nordost. Aber aus Erfahrung wissen wir jetzt bereits, dass zwischen Teneriffa und La Gomera es recht heftig werden kann. Und so wird es dann auch. Zunächst plattes Wasser, aber dann fegte der Wind mit 7 Beauf. Wolfgang um die Nase bzw. um die Mon Amour. Gaby hat inzwischen den passenden Liegeplatz ausgesucht und um 14.00h legte sie ganz gemütlich im Hafen an. Natürlich wurde sie gleich vom Salz befreit und der „Anleger“ wurde auch gleich mit Andy eingenommen.

Montag, 23. Mai 2016
Natürlich haben wir unsere Ankunft gleich Karla und Fredl mitgeteilt und heute nachmittag fahren wir zu den beiden, um ihnen unsere Bilder von El Hierro zu zeigen und um natürlich wieder im Restaurant El Clemente das berühmte Kotelett zu essen.

Dienstag, 24. Mai 2016

Hurra, wir leben noch!!!!! Nachmittags essen wir des öfteren mal ein Joghurt aus dem Lidl, so ein Kilo Topf den Gaby noch auf Teneriffa gekauft hat. Upps, da sind ja aufeinmal 2 Töpfe…… das Mindeshaltbarkeitsdatum es einen war der 05.12.2015, der kam wohl durch das Geschaukel der Mon Amour aus der letzten Ecke gekullert… egal, aufmachen, riechen, schmecken…… alles paletti. Es schmeckte noch sehr gut, doch  während des Essens haben wir auf jedes Geräusch unseres Magens geachtet, nichts passiert…. so, das für die Leute, die schon nach Ablauf eines Tages so viele Lebensmittel wegwerfen!!!!