Archiv für Februar 2013

Februar 2013 La Gomera

5. Februar 2013

Karneval ist angesagt auf den Inseln. Hier auf La Gomera geht es am Samstag los mit dem großen Umzug. Anna von der SY Annabel hat uns bereits aus Las Palmas – Gran Canaria – Bilder geschickt vom Carneval Canino (genaue Übersetzung: Karneval Eckzahn!!) genauer gesagt: Hundekarneval. Es wurden wohl die besten Kostüme prämiert. Hier mal eine Auswahl

 

 

Mittlerweile gibt es überall auch Kleidungsstücke für Hunde und manchmal fragen wir uns auch, wer wohl hübscher aussieht???

 

Donnerstag 7. Februar 2013

Heute verabschieden wir die SY rund 360°, die 3köpfige Crew hat heute für die nächsten 20-25 Tage das letzte Mal festen Boden unter den Füßen gehabt, sie starten nach St. Luca in der Caribik. Wir begleiten sie mit unserem Schlauchboot aus der Marina und tröööööten wie die Wilden. Wir drücken den dreien die Daumen, dass die Überfahrt ein schönes “Kaffeesegeln” wird. Wir haben deren Internetseite verlinkt, schaut ruhig mal rein……

 

Mit der „rund360°“ Segelyacht ist auch heute ein Ruderboot, ja richtig, ein Ruderboot mit 2 Ruderern in die Karibik gestartet. Einer der beiden (über 60 Jahre alt…) hat den Atlantik bereits rudernd überquert und nun will er den Weltrekord von 40 Tagen knacken. Wenn man das Boot sieht, kann man es sich einfach nicht vorstellen, damit überhaupt auf dem Atlantik zu rudern, und dann noch überqueren?!?!?

Samstag, 09. Februar 2013

Großer Karnevalsumzug in San Sebastian. Natütlich schauen wir uns das Spektakel auch an.  1 1/2 Stunden standen wir in der Kälte bzw. im Wind und waren ganz schön durchgefroren, aber es hat sich gelohnt.  Am schönsten fanden wir die Verkleidungen der Kinder, es hatte aber auch jedes Kind ein Kostüm an, sogar die im Kinderwagen….

Es war leider schlecht zu fotografieren, da sich immer alles in Bewegung befand….

Total verfroren sind wir wieder zurück an Bord gegangen, haben uns einen heißen Lumumba gekocht, der noch nicht mal geschmeckt hat und haben uns die Liveband bis morgens um 5.00h angehört.

 

Montag, 11. Februar 2013

Carnaval de Polvo (Pulverkarneval) Heute kleidet man sich von Kopf bis Fuss in weiss. Jeder hat mal mindestens eine Dose Talkumpulver dabei und der Umzug geht singend und tanzend durch die Strassen. Wir gehen dem Umzug entgegen und sehen schon von weitem das Pulver wehen. Oh, oh, wir haben dunkle Sachen an……… wir ahnen da was…….. also schnell noch ein – voher – Bild machen!!!

 

Jetzt das – nachher – Bild…

Nein, das ist kein Schnee, nur Talkumpulver…..

Zum Abschluss ist wieder auf der Plaza groß Tanz angesagt und die Livemusik dröhnt bis 5.30h morgens in den Hafen.

Mit diesem Karnevalsbrauch erinnern sich die Einheimischen an die Rückkehr der nach Südamerika ausgewanderten Einwohner. Es wird die Rückkehr der “Indianos” aus Kuba gefeiert.

 

Freitag, 14. Februar 2013

Normalerweise findet ja am Aschermittwoch die Bestattung der Sardine statt, aber auf den Inseln ticken halt die Uhren anders. Der Karneval dauert noch an…. Heute wird auf jeden Fall die Sardine aus Pappmaché ausgiebig beweint und zur “Einäscherung” von einem langen Trauerzug aus Witwen (Männer wie Frauen verkleiden sich an diesem Tag in Schwarz) begleitet. Mal sehen, was wir an Bildern so liefern können….

Sorry, die Auswahl an Bildern fällt aus, können leider nur eins liefern.

 

 

Hoffentlich könnt ihr das Ungetüm von Sardine erkennen. Sie wurde wirklich ausgiebig beklagt und beweint und der Priester (natürlich kein echter) segnete am laufenden Band die Schaulustigen, d.h. es war schwierig

überhaupt ein Bild zu machen, ohne das die Kamera nass wurde. Das Ungetüm wurde am Strand verbrannt und nach einem schönen Feuerwerk begann mal wieder die Feier bis in die Morgenstunden.

 

Samstag, 15. Februar 2013

Beim Carnaval de Polvo haben wir ein Österreichisches Paar kennengelernt, die hier Urlaub machen. Sie haben uns eingeladen, mal ihr Appartement zu besichtigen und da Gaby (die Neugierige) immer für so etwas zu haben ist, ist sie gleich zu den beiden getabert und hat diese Bilder gemacht. Also wer mal auf La Gomera in San Sebastian Urlaub machen möchte, ist mit diesem Appartement bestens bedient

 

 

Mittwoch, 20. Februar 2013

Gestern ist Renate aus Kreuztal angekommen. Sie war bereits mehrere Male bei uns an Bord und immer an anderen Orten. Dieses mal ist es La Gomera. Heute hat sie Geburtstag und sie dachte, dass wir dieses nicht wussten, aber wir konnten sie schön überraschen.

 

Donnerstag 21.2. 2013

Renate hat ein Auto gemietet und wir zeigen ihr die Insel. Zuerst ist die Nordtour dran. Wir starten in San Sebastian und fahren über Hermigua nach Agulo u.a. durch einige Bananenplantagen. In Hermigua schauen wir uns das schöne Meerwasserschwimmbad an, doch leider scheint um diese Jahreszeit die Sonne erst nachmittags in das Bad und jetzt ist es eindeutig zu kalt zum schwimmen.


Weiter geht die Fahrt nach Vallehermoso, dort besichtigen wir das Castillo del Mar. Hier mal ein Auszug der Beschreibung dieses Gebäudes aus dem Internet. www.castillo-del-mar.com

Diese kleine Hafenanlage, liegt seit 1890 am Meeresstrand von Vallehermoso. Hier wurden sämtliche Güter der Insel, hauptsächlich Bananen, verpackt und auf Dampfschiffe geladen. Alles, was auf die Insel kam und was die Insel verließ, ging hier durch die Bücher. Auch war das Castillo del Mar das Tor zu neuen Welt, da es für viele Gomeros der Ausgangspunkt für die Reise nach Südamerika diente.

 

 

Erst 1950 wurde der Handel über El Castillo eingestellt und der Ort gerät in Vergessenheit. Die alte Küstenstraße wurde von Geröll und Felsen verschüttet und somit unpassierbar. 1981 erwarb der Deutsche Thomas Müller die Hafenanlage, er wollte dort ein Museum und eine Galerie für kulturelle Veranstaltungen eröffnen, aber die Sanierungsversuche scheiterten, da der Zugang zum Castillo nur über das Meer erreichbar war. Erst im Zuge der Revitalisierungsprojekte für den Norden wurde die Küstentrasse erneuert und gab im Februar 2001 den Weg wieder frei.

Durch sehr viel Eigeninitiative begann dann die Sanierung des Castillos. Stein für Stein wurden sämtliche Natursteinmauern wieder hergestellt und es entstand wieder ein schönes Castillo. Die Eröffnung wurde gefeiert, doch die Küstenregierung verweigert die Konzession für den Betrieb und nach dem Ausfall des dritten kostspieligen Stromaggregats ist der Betrieb, bis dahin ausschließlich aus privaten finanziellen Mitteln finanziert, unmöglich geworden.

So sieht es heute aus

So belebt könnte das Castillo heute sein!

 

Leider hat ein erneuter Erdrutsch den Zufahrtsweg 2009 wieder zugeschüttet und heute liegt das schöne Castillo einfach brach. Schade, dass das Küstenamt sich so quer stellt, es wäre ein schöner touristischer Anziehungspunkt der Insel.

heute ist die Zufahrt wieder verschüttet

Freitag, 22.2. 2013

Wolfgang hat sich einen leichten grippalen Effekt geholt (leider wissen wir nicht, wo so etwas günstig zu kriegen war) und wir beiden Frauen verlassen fluchtartig das Schiff um nicht noch angesteckt zu werden. Wir wollen mal wandern, bewaffnen uns mit festem Schuhwerk und Stöcken und auf geht’s nach El Guru im Valle-Tal, um uns einen Wasserfall anzusehen. Die Beschreibungen dorthin sind sehr unterschiedlich. Laut Internet ist es ein beschwerlicher Weg in einem Flußbett mit vielen Kletterphasen und laut Wanderkarte ist der Weg für „Anfänger“ geeignet. Na gut, testen wir es mal aus……

Es ging schon gut los, ein steiler Treppenaufgang nahm uns schon mal die Puste, aber hart wie wir so sind, hat uns dies nicht davon abgehalten weiter zu gehen. Nach ca 1 km aber standen wir vor einem kleinen Problem, der Weg ging zwar weiter, aber so ca 2 m unter uns…… eine kleine Felswand dazwischen. Nach einer längeren Beratung, wie wir wohl da runter kommen sollen, haben wir auch diese Hürde lachend bezwungen. Und schon ging es weiter durch das Fluß- nein, es war ein Bachbett, aber geführt mit Wasser. Jeder Tritt mußte sitzen, sonst gab es nasse Füsse. Immer mit Blick nach unten mußten wir aufpassen, den richtigen Weg zu finden, denn die Markierungen waren in Augenhöhe. Und schon kam die nächste Herausforderung, das Bachbett wurde tiefer, so ca 50 cm tief, also eigentlich unbezwingbar, aber….. jemand hat 2 Holzstämme längs darüber gelegt, jetzt hiß es; balancieren!!!! Nach viel Gelächter haben wir dann auch das seitliche Schilf entdeckt, wo wir uns festhalten konnten. Upps, geschafft. Und schon kam das nächste Hindernis. Wieder ein großer Felsen vor uns, auch hier wieder eine Beratung, und was sehen wir da, ein verknotetes Seil, mit dem wir uns hochziehen können. Ganz schön anstrengend, dieser Weg. Nach 1,5 Stunden treten wir dann den Rückweg an, denn wir wissen, was uns jetzt bevorsteht. Nach über 3 Stunden lustigem Fußmarsch sind wir wieder am Auto und fahren zurück zur Mon Amour. Diese Wanderung hat uns wahnsinnig viel Spaß gemacht, aber einfach war der Weg wirklich nicht. Von einem Wanderweg allein würden wir nicht sprechen, eher von einer kleineren Klettertour!!

 


Samstag, 23.2.2013

Wolfgang fühlt sich wieder fit und wir machen heute die Südtour. In Playa de Santiago zeigen wir Renate das Hotel „Jardin Tecina“ , denn hier urlaubt des öfteren unsere Kanzlerin. Nach einem kurzen Spaziergang geht es weiter zum Flughafen, der einfach nur sehenswert ist. Der Eingang ist einem Kirchenportal gleich und der erste Eindruck gleicht einem Hotel. Außer den Angestellten der 3 Autovermietungen und dem Cafe-Personal befindet sich kein Mensch in diesem Gebäude – das Souvenierlädchen hat z.Zt, Mittagspause -, ist ja auch kein Wunder, denn es gehen nur 2 Maschinen am Tag von diesem Flughafen. Eine morgens um 10.00h und dann erst wieder um 17.50h, und es wird von hier aus von den Canarischen Inseln nur Teneriffa Nord angeflogen. (Kann das einer verstehen???)

 

Weiter geht die Fahrt über Alajero zum einzigen Drachenbaum „El Drago“. Laut Beschilderung müssen wir die 0,9km dorthin zu Fuß gehen. Ok, der Weg ist mit Steinen ausgelegt und sieht gut aus. Raus mit den festen Schuhen und den Stöcken und ab geht’s zum Drachenbaum. Der Weg führt uns steil nach unten und wir können ihn schon sehen; aber ganz tief unten!!! Sollen wir weitergehen, denn so gut sieht er auch nicht aus???? Wolfgang ist schon auf dem Weg nach unten, da wollen wir Frauen natürlich mithalten….. Nach 20 minütigem steilem Abstieg durch verbranntes Gelände stehen wir endlich vor dem Baum. Er ist so ca. 150 Jahre alt und wurde bereits eingezäunt (vielleicht weil er schon sehr morsch ist und Äste abbrechen könnten?) Die Palmen rund um den Baum sind von dem Brand letztes Jahr stark in Mitleidenschaft gezogen, nur der Baum hat nichts abbekommen….Na ja, nach einer kurzen Rast und Stärkung für den Aufstieg ging es wieder zurück. Uff, das war ganz schön anstrengend!!!! Die angezeigten 900 m sind wohl eher Luftlinienentfernung!!!

 

 

 

 

 

 

Nach dieser Anstrengung besuchen wir in Alajero Carla und Alfred, gehen zusammen essen und verbringen einen gemütlichen Abend bei den beiden.

Sonntag, 24. Februar 2013

Über Chipude fahren wir heute ins Valle Gran Rey und suchen den heute stattfindenten Markt der Avokadosteinschnitzer und Lavasteinrundlutscher (Ausdruck für die Hippi´s). Ganz klein und versteckt hinter Bäumen finden wir ihn auch, aber gelohnt hat es sich nicht. Nur die Hippis wären schon ein Bild wert verwesen, aber wir achten natürlich auf Privatsphäre!!!! Wir trinken einen Kaffee im Mirador del Palmarejo. Hier hat der berühmte Künstler César Manrique (bekannt von der Insel Lanzarote) ein Aussichtsrestaurant in einer Höhe von 600m wie ein Adlerhorst in die Steilwände gebaut. Nach der kurzen Stärkung geht es weiter durch den Nebelwald an Epina zu den berühmten Quellen. Hier wird gesagt; „ Trinkst du aus den sieben Brunnen, wirst du vor Ablauf eines Jahres heiraten“ Um die ersehnte Liebe zu finden, müssen die Frauen aus den geraden, die Männer aus den ungeraden Röhren trinken. Diejenigen aber, die Hexen werden möchten, müssen aus den Männern vorbehaltenen Röhren trinken. Das Schild mit dieser Beschreibung stand am Anfang des Weges und bis hin zu den Quellen haben wir vergessen, aus welchen Röhren Renate trinken soll, sie trank aus allen sieben, mal sehen, was draus wird; vielleicht Hexe und heiraten???

 

Montag, 25.2.2013

In der Marina ist irgendetwas „im Busch“ Es wird ein Teil wird abgesperrt, das Fernsehen steht parat und die Marineros rennen hin und her. Und schon kommt ein Rettungsboot – auch Tender genannt – von einem Kreuzfahrer „The World“ steht dran, an den Steg. Es wird ein großes Pult, ein Sonnenschirm und zwei in weiß gekleidete Bedienstete an Land gebracht und schon ist das Boot wieder weg, aber wo ist das Kreuzfahrtschiff??? Eigentlich legen sie hier im Hafen an, scheint wohl etwas größeres zu sein. Ganz weit draussen, vor der nächsten Bucht, da liegt es „The World“. Nach Recherche im Internet wissen wir auch, warum sie da draußen liegt. Es ist kein Kreuzfahrtschiff, sondern ein 12 stöckiges Appartementhaus. Die Wohnungen können gekauft werden und man muß einen Vermögensnachweis erbringen, zehn Millionen muß man besitzen, bevor man kaufen darf!!! Wir haben einen interssanten Artikel vom Spiegel online über dieses Schiff im Internet gefunden, den müßt ihr unbedingt lesen. – Möchte ihn nicht abschreiben, wegen der Rechte und so -, aber den Link kann ich veröffentlichen:

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/wohnschiff-the-world-allein-auf-der-erde-a-667770-7.html

Also, wir sind jetzt die hinterm Zaun und wir wollen uns die Leute mal ansehen, die von diesem Schiff kommen. Das Tenderfahrzeug kommt, der Kameramann und die Reporterin dürfen hin, und wer steigt aus? 1 männliche Person mit Golfgepäck, er winkt der Reporterin ab und steigt sofort in ein Taxi. Sonst ist niemand im Tender !!!!!! Na ja, lt. Internet wohnen ja auch nicht immer die Eigentümer auf dem Schiff, z.Zt. sollen es so 200 sein und die Besatzung besteht immer aus 250 Personen!!!!!! Der Tender fährt den ganzen Tag hin und her und wir schauen uns die Leute an, die ab und zu aussteigen. Renate meinte bei einer „Fuhre“; die da haben bestimmt bei einem Preisausschreiben eine Fahrt mit der World gewonnen, von der Kleidung her sehen sie auf jeden Fall nicht aus wie Millionäre!!!

Der Tender der “World”

Dienstag, 26.2.2013

Morgens um 7.30h muß Renate schon mit der Fähre nach Teneriffa zurück zum Flughafen. Wir frühstücken noch schön gemeinsam und bringen sie zur Fähre. Die Woche mit ihr war schön und ging viel zu schnell rum. Als die Fähre um die Ecke fuhr, stand bereits das nächste Kreuzfahrtschiff vor der Einfahrt, die Aida Cara. Vor Anker liegt immer noch die „World“, im Hafen die kleine „La Belle de Adriatique“ und jetzt auch noch die „Aida Cara“. Für diese kleine Insel eine Menge Kreuzfahrer!!

Mittwoch, 27.2.2013

Ihr werdet es nicht glauben, es hat Nachts geregnet und der ganze Tag heute ist grau in grau. Das haben wir in den letzten 2 Jahren nicht mehr so gehabt. Die Insel aber braucht das Wasser, wir nicht, deshalb verbringen wir den Tag unter Deck. Wolfgang hat im Moment genug Arbeit mit seinem LED-Licht, das ganze Schiff wird jetzt damit ausgerüstet und Gaby schreibt das Tagebuch.Regen auf La Gomera